Vorbeugung ist billiger als Bekämpfung. Und zwar um wie viel
Es geht nicht um einen festen Faktor — der Unterschied hängt davon ab, wie der Bestand wächst.
Die Aussage, dass Vorbeugung günstiger ist als Bekämpfung, klingt wie eine Binsenweisheit. Doch sie hat einen sehr konkreten Grund, und dieser erklärt, warum der Unterschied so groß ausfällt.
Die Zahl der Schädlinge wächst nicht linear. Ein Mäusepaar bringt bei ausreichendem Futter und Wärme alle drei Wochen Nachwuchs hervor, und dieser Nachwuchs wird selbst nach ungefähr zwei Monaten fortpflanzungsfähig. Bei Schaben enthält die Oothek Dutzende Eier, und der Zyklus wiederholt sich. Deshalb bedeutet eine Verzögerung nicht „ein bisschen mehr Arbeit“, sondern ein Mehrfaches an Aufwand.
Der zweite Faktor ist der Schaden, der bis zur Entdeckung bereits entstanden ist. Verdorbene und verunreinigte Produkte, beschädigte Verpackungen, angenagte Kabel und Isolierungen sowie bei Lebensmittelbetrieben zusätzlich die Folgen für den Ruf bei einer Kontrolle oder Beschwerde. All das wird durch eine spätere Behandlung nicht rückgängig gemacht.
Der dritte Faktor sind die Kosten der Maßnahmen selbst. Vorbeugung besteht aus Dingen, die einmal erledigt werden und wenig kosten: ein Gitter an der Lüftung, eine Bürstendichtung an der Tür, eine abgedichtete Rohrdurchführung, gemähtes Gras entlang der Wand, Ordnung am Müllplatz und Abstand der Ware von den Wänden. Die Bekämpfung einer etablierten Population bedeutet wiederholte Behandlungen, die Stilllegung von Räumen, die Entsorgung verdorbener Ware und monatelange Kontrollen bis zum vollständigen Erlöschen.
Die praktische Konsequenz für ein Unternehmen: Ein monatlicher Rundgang mit Kontrolle des Perimeters und eine Kontrolle der Kontrollstellen alle zwei Wochen dauern einige Stunden. Das ist nicht vergleichbar mit dem Aufwand, der entsteht, wenn man die saisonale Ansiedlung verpasst und sie im Frühjahr entdeckt.