Zecken: was sich an den gewohnten Ratschlägen geändert hat
Ein Teil dessen, was wir als Kinder gelernt haben, gilt heute als geradezu schädlich.
Über Zecken scheint zwar jeder Bescheid zu wissen, doch ein erheblicher Teil der allgemein bekannten Ratschläge ist längst überholt, und einige erhöhen das Risiko sogar unmittelbar.
Nicht mit Öl übergießen. Der Rat, eine Zecke mit Öl zu beträufeln, damit sie „erstickt und von selbst herauskommt“, ist noch immer verbreitet. Tatsächlich erbricht die Zecke bei Sauerstoffmangel Darminhalt in die Wunde, und die Wahrscheinlichkeit einer Infektionsübertragung steigt. Sie muss mechanisch und so schnell wie möglich entfernt werden.
Herausdrehen, nicht herausziehen. Die Zecke hält sich mit ihrem gezackten Stechrüssel fest, deshalb reißt sie bei einem Ruck oft ab und der Kopf bleibt in der Haut. Mit einer Pinzette oder einem speziellen Haken greift man sie direkt an der Haut und dreht sie mit einer gleichmäßigen Bewegung heraus.
Die Zecke fällt nicht von Bäumen. Sie springt und fliegt nicht, sondern sitzt auf Gras und niedrigem Gebüsch, gewöhnlich nicht höher als einen Meter, und hakt sich an einem Vorübergehenden fest. Daraus folgt, dass man zuerst die Beine schützen muss; die Gewohnheit, nach der Zecke in den Haaren zu suchen, ist zweitrangig — obwohl sie nach oben krabbelt.
Gefährlich ist nicht nur der Wald. Ein erheblicher Teil der Stiche erfolgt auf Datscha-Grundstücken, in Stadtparks und auf Friedhöfen. Das Gefühl „Wir sind doch nicht im Wald“ führt jedes Jahr in die Irre.
Was auf dem Grundstück tatsächlich hilft: regelmäßiges Mähen, das Beseitigen von Laub und Totholz, eine akarizide Behandlung zu Saisonbeginn und eine Kontrolle nach jedem Gang ins Gras. Und Hosen, die in die Socken gesteckt sind, so ungewohnt das auch aussehen mag.